Arbeitslosenberatungsstellen vor dem Aus
Zum 1. Oktober 2008 wird die große Mehrheit der unabhängigen Beratungseinrichtungen für Arbeitslose in Nordrhein-Westfalen ihre Arbeit einstellen müssen. Damit endet nach mehr als zwanzig Jahren ein wichtiges Beratungsangebot für Menschen, die arbeitslos geworden oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind.
"Eine gute, notwendige und sinnvolle Arbeit wird in weiten Bereichen eingestellt, weil alle zwar die Arbeit anerkennen, aber im Zweifel sich dann niemand zuständig fühlt", so Wolfgang Altenbernd, Vorsitzender der Freien Wohlfahrtspflege NRW. "Bisher wurden mit Eigenmitteln der Träger und Mitteln des Landes aus dem Europäischen Sozialfonds die etwa 120 Zentren und Beratungsstellen finanziert, womit eine fast flächendeckende Beratungslandschaft aufgebaut werden konnte. Diese Förderung wird nun vom Land NRW eingestellt. Der Versuch, mit Kommunen und den Arbeitsagenturen alternative Finanzierungskonzepte zu entwickeln, um die Arbeit weiterführen zu können, ist in den meisten Fällen gescheitert."
"Kommunen, ARGEN und das Land schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu und auf der Strecke bleiben die Arbeitslosen", so Nikolaus Immer, Vorsitzender des Fachausschusses "Arbeit und Arbeitslosigkeit" der Freien Wohlfahrtspflege und Leiter des Geschäftsbereichs Soziales und Integration bei der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. "Die Träger der Freien Wohlfahrtspflege in NRW appellieren jetzt nachdrücklich an Land, ARGEN und Kommunen, endlich ernsthaft die Verhandlungen über die Fortführung dieser unverzichtbaren Arbeit im sozialen Land NRW aufzunehmen, dies ist auch im öffentlichen Interesse. Schon jetzt sind die Sozialgerichte überlastet mit Verfahren in Sachen Hartz IV. Ohne die Unterstützung der Beratungsstellen wird es noch mehr Klagen geben. Ich bin sicher, die Arbeit der Beratungsstellen hat nicht nur den Betroffenen genutzt, sondern ist letztlich auch der Arbeit bei den ARGEN zu Gute gekommen, weil offene Fragen und Widersprüche geklärt werden konnten, bevor es vor Gericht ging."
Bei den Zentren und Beratungsstellen erhielten Betroffene eine kostenlose Beratung, sie konnten Bewerbungskurse absolvieren oder an Computerkursen teilnehmen. Im Mittelpunkt der Arbeit stand nicht nur die Beratung der arbeitslosen Menschen, sondern oft genug auch unmittelbare und praktische Hilfe für den Alltag.
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Material zum Herunterladen
- Pressemeldung vom 22.09.2008 - Arbeitslosenberatungsstellen vor dem Aus
- LAG_PM_Arbeitslosenberatung_22092008.pdf

