Stellungnahme zur Anhörung der Enquetekommission IV "Einsamkeit - Bekämpfung sozialer Isolation in NRW und der daraus resultierenden physischen und psychischen Folgen auf die Gesundheit"

Die Träger der Freien Wohlfahrtspflege werden immer wieder mit Einsamkeit und sozialer Isolation konfrontiert und versuchen hier individuelle und auch strukturelle Lösungen zu entwickeln und anzubieten. Menschen entscheiden sich in der Regel nicht dazu einsam zu sein, zu werden oder in die soziale Isolation zu gehen, sondern werden im Laufe des Lebens damit konfrontiert. Tod, Scheidung, Verlust des Arbeitsplatzes, Armut, Flucht Erkrankungen oder Straftaten, aber auch der Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand und mehr können mit Zeiten von Einsamkeit einhergehen und in sozialer Isolation enden. Wie jede/r Einzelne/r damit umgeht, ob es als Last, Normalität, Neuanfang oder Bürde erlebt wird, als aufgedrängt oder hoffnungsfroh diese zu bewältigen, hängt von vielen Faktoren ab und den Möglichkeiten, Resilienzen aufzubauen und auf diese zurückgreifen zu können. Kindertageseinrichtungen und Schulen qualitativ gut auszustatten ist ein Grundstein von strukturellen Rahmenbedingungen, die notwendig sind, um soziale Isolation zu vermeiden. Die vielfältigen Angebote der Freien Wohlfahrtspflege, die Informationen, Beratung und Unterstützung in allen Lebenslagen und Nöten anbieten, sind ebenfalls dazu geeignet, Verfestigungen von schwierigen Lebenssituationen zu verhindern und Wege in die Gesellschaft aufzuzeigen. Gerade Wohnungslose und Straffällige benötigen Zuspruch, Respekt und Hilfestellung, damit soziale Isolation nicht zum Dauerzustand wird.

07.12.2020