Die Magie des Freiwilligen Sozialen Jahres

Jubiläumsfeier »FSJ 50 Jahre in NRW« in Oberhausen

21.05.2014

Vor gut 50 Jahren, am 1. April 1964 ist das »Gesetz zur Förderung eines freiwilligen sozialen Jahres« in Kraft getreten. Dies feierten am Dienstag, 20. Mai 2014 rund 600 Gäste - darunter rund 500 aktive und ehemalige Freiwillige — bei der Jubiläumsveranstaltung »FSJ 50 Jahre in NRW« in der Luise-Albertz-Halle in Oberhausen. Eingeladen hatten die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW, der Landesarbeitskreis Freiwilliges Soziales Jahr/ Bundesfreiwilligendienst NRW und der Landesjugendring Nordrhein-Westfalen. »Ihr geht mit gutem Beispiel voran. Ihr, liebe Freiwillige verleiht dem FSJ seine Magie«, sagte die Sprecherin des Landesarbeitskreises Freiwilliges Soziales Jahr / Bundesfreiwilligendienst NRW, Elly Bijloos bei der Begrüßung der Gäste.

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums möchten die Träger verstärkt darauf aufmerksam machen, was die Freiwilligen und die Mitarbeiter in den Einsatzstellen leisten, so der Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege in NRW Ludger Jutkeit. »Wir möchten die Entwicklungsmöglichkeiten der Freiwilligendienste für die nächsten Jahre aufzeigen — zum Beispiel im Hinblick auf den stärkeren Einbezug ausländischer Freiwilliger, junger Menschen mit Migrationshintergrund oder mit körperlichen, geistigen und sozialen Benachteiligungen, und wir möchten die Verbesserung der politischen, rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen anregen«, sagte Jutkeit.

Bernd Neuendorf, Staatssekretär im Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport in NRW würdigte die in den letzten 50 Jahren erbrachten Leistungen der Freiwilligen, der Einsatzstellen und Träger im FSJ: Die Solidarität zwischen Starken und Schwachen sei schon vor 50 Jahren der Grundgedanke hinter dem FSJ gewesen. »Wir brauchen junge Menschen, die sich in den Dienst der Gemeinschaft stellen«, sagte Neuendorf, dessen Ministerium die Jubiläumsveranstaltung gefördert hat.

Das FSJ ist aktueller denn je. In den ersten Jahren nahmen in Deutschland (West) nur einige hundert junge Menschen — überwiegend junge Frauen — die Möglichkeit wahr, sich freiwillig sozial zu engagieren. Nachdem die Teilnahmezahlen in den 60er, 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts schwankten, ist seit Anfang der 1990er Jahre eine sprunghafte Zunahme zu konstatieren, so dass die Gesamtzahl 2013 bundesweit bei
knapp 50.000 Freiwilligen in den Jugendfreiwilligendiensten liegt. An dieser Entwicklung sind die Träger der Freiwilligendienste in Nordrhein-Westfalen entscheidend beteiligt. Durch ein flächendeckendes Angebot bieten sie von Bonn bis Minden jungen Menschen die Möglichkeit, sich freiwillig zu engagieren. Die politischen
Interessen der Freiwilligendienste werden in NRW gemeinsam vom Landesarbeitskreis FSJ/BFD, der Landesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege und dem Landesjugendring wahrgenommen.

(von links) Sarah Primus (Vorsitzende des Landesjugendrings NRW), Bernd Neuendorf (Staatssekretär im Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport in NRW), Elly Bijloos und Angelika Frank (Sprecherinnen des Landesarbeitskreises Freiwilliges Soziales Jahr/Bundesfreiwilligendienst) und Ludger Jutkeit (Vorsitzender der Freien Wohlfahrtspflege in NRW) bei der Veranstaltung „50 Jahre FSJ“ in Oberhausen