Gute Pflege im Gespräch: Minister Laumann trifft Altenpflegeschüler

07.05.2018

Düsseldorf, 7. Mai 2018. Die Aktionen zum Tag der Pflege, den die Freie Wohlfahrtspflege jedes Jahr veranstaltet, begannen 2018 mit einer ganz besonderen Auftaktveranstaltung: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann traf sich bei Kaffee und Kuchen mit Altenpflege-Auszubildenden im Ferdinand-Heye-Haus in Düsseldorf. Dabei wurde die Kaffeetafel zum Runden Tisch in Sachen Gute Pflege. Der Fachminister und die angehenden Fachkräfte diskutierten von Mensch zu Mensch - fachlich, politisch und persönlich.

Minister Laumann würdigte das Engagement der Auszubildenden: "Sie haben eine wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe für unsere Gesellschaft übernommen. Durch Ihre Berufswahl machen Sie Pflege zukunftsfähig. Ihr Einsatz trägt zu einer hochwertigen Versorgung pflegebedürftiger Menschen bei. Sie sind Bezugspersonen in teils schwierigen Lebenslagen, begleiten und unterstützen Pflegebedürftige in ihrem Alltag, den diese ohne Ihre Hilfe nicht mehr bewältigen könnten. Ich danke Ihnen für Ihr tagtägliches Engagement und verspreche Ihnen, dass ich mich in den kommenden Jahren weiterhin für eine Verbesserung der Pflegenden im Land einsetzen werde."

Für die Landesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege freute sich der LAG-Vorsitzende Christian Heine-Göttelmann über den konstruktiven Austausch zwischen dem Minister und den angehenden Fachkräften: "Die Freie Wohlfahrtspflege sieht sich als Mitgestalter einer fachlich qualifizierten und menschlich zugewandten Pflege, die sich an den Bedürfnissen der Pflegebedürftigen ausrichtet. Angesichts des drohenden und zum Teil schon erlebbaren Fachkräftemangels müssen wir die Anstrengungen verstärken, Nachwuchs zu finden, auszubilden, zu fördern und auch im Beruf zu halten." 

LAG Pflegeexpertin Elke Hammer-Kunze betont: "Altenpflege ist ein Beruf mit Zukunft. Aber auch ein Beruf, für den mehr getan werden muss. Die Fachkräfte wünschen sich mehr Kolleginnen und Kollegen. Aktuell sind die Fachseminare für Altenpflege die wichtigsten Ausbildungsstätten. Drei Viertel aller künftigen Fachkräfte werden in den Schulen der Freien Wohlfahrtspflege ausgebildet. Bevor das neue Pflegeberufereformgesetz praktisch wirksam wird, erwarten wir von der Landespolitik, dass sie die Fachseminare auskömmlich finanziert.

"Teilnehmerinnen beklagten im Gespräch, dass ihre Arbeit oft schlecht geredet werde. Minister Laumann vermutet, dass auch die schlichte Parole "ambulant vor stationär" dazu beigetragen habe. Zu respektieren sei immer die Entscheidung der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen. "Man hat keinen ins Heim abgeschoben, solange man sich noch kümmert", meinte der Minister. 

Der Tag der Pflege 2018 steht unter dem Motto "Gute Pflege! Jetzt!" Vor Ort beteiligen sich alle Verbände der Freien Wohlfahrtspflege mit über 70 Aktionen quer durch ganz Nordrhein-Westfalen. Es gibt Talkrunden, Tage der Offenen Tür, Infostände auf Marktplätzen, aber auch Dankeschön-Veranstaltungen für Mitarbeitende. Vom 7. bis zum 20. Mai wird anschaulich, wie gute Pflege aussieht und was gute Pflege braucht. 

Unter dem Dach der Freien Wohlfahrtspflege in NRW betreuen 130.000 Pflegekräfte etwa 275.000 Pflegebedürftige. Professionelle Pflegeleistungen werden vor allem in Seniorenheimen, Tagespflegen und ambulanten Diensten erbracht. Zudem unterstützt die Freie Wohlfahrtspflege Angehörige und ehrenamtlich Engagierte, etwa in Hospizdiensten. Der Pflegebedarf wird weiter steigen; 2030 wird es aller Voraussicht nach mehr pflegebedürftige ältere Menschen als Kinder in Kindergärten geben. In den 117 Fachseminaren für Altenpflege bildet die Freie Wohlfahrtspflege zurzeit mehr als 13.000 junge Menschen aus; das sind drei Viertel aller zukünftigen Fachkräfte in NRW. 

Das Ferdinand-Heye-Haus der Diakonie Düsseldorf in Düsseldorf-Gerresheim, in dem sich die Auszubildenden mit Minister Laumann zum "Pflegegespräch" trafen, kann als eine Art Zukunftslabor für gute Pflege schon in der Gegenwart angesehen werden. Auch wer hier intensiv pflegebedürftig und demenzkrank ist, erlebt Gemeinschaft und individuell zugeschnittene Betreuungsangebote. Im Café "Frau Heye" treffen sich Bewohner, Nachbarn, Angehörige, Mitarbeiter und die Kinder spielen in der Spielecke. Die Geschäftsleute aus dem Viertel können lernen, mit Demenzkranken umzugehen. 


Fotos vom Gespräch und weitere Informationen zum Tag der Pflege:
www.freiewohlfahrtspflege-nrw.de/initiativen/internationaler-tag-der-pflege/mitmachen '

In der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW haben sich 16 Spitzenverbände in sechs Verbandsgruppen zusammengeschlossen. Mit ihren Einrichtungen und Diensten bieten sie eine flächendeckende Infrastruktur der Unterstützung für alle, vor allem aber für benachteiligte und hilfebedürftige Menschen an. Ziel der Arbeit der Freien Wohlfahrtspflege NRW ist die Weiterentwicklung der sozialen Arbeit in Nordrhein-Westfalen und die Sicherung bestehender Angebote. Die Freie Wohlfahrtspflege NRW weist auf soziale Missstände hin, initiiert neue soziale Dienste und wirkt an der Sozialgesetzgebung mit.