Junge Flüchtlinge fordern Jugendhilfe

Fachtag der Freien Wohlfahrtspflege NRW zu unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

17.09.2014

»Die Verbesserung der Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen und des Zusammenspiels von Kinder- und Jugendhilferecht sowie Aufenthalts- und Asylrecht zum Schutz der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge ist das Ziel unserer heutigen Veranstaltung«, sagte Ludger Jutkeit, Vorsitzender der Freien Wohlfahrtspflege in NRW bei der Fachtagung »Der erste Augenblick entscheidet!? Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in NRW« am Mittwoch, 17. September 2014 in Düsseldorf.

Mehr als 120 Teilnehmer aus ganz NRW — Vertreterinnen und Vertreter von Ausländerbehörden, Jugendämtern, Trägern der Jugendhilfe und der Politik - trafen sich in Düsseldorf, um die Zusammenarbeit vor Ort und das Zusammenspiel von Kinder- und Jugendhilferecht und Aufenthalts- und Asylrecht im Sinn und zum Schutz der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge zu verbessern. Dabei wurde die »Handreichung zum Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in NRW«, die im Juni 2013 veröffentlicht und gemeinsam vom Jugend- und Innenministerium NRW und den beiden Landschaftsverbänden herausgegeben wurde, als ein bedeutender Schritt und eine gute Umsetzungshilfe zur Realisierung des Rechts der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge auf Inobhutnahme in NRW gewürdigt.

Ute Schäfer, Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW, bedankte sich in ihrem Redebeitrag bei der Freien Wohlfahrtspflege: »Der heutige Fachtag ist ein gutes und wichtiges Signal, dass die Jugendhilfe ihren Auftrag zum Schutz der betroffenen Kinder und Jugendlichen angenommen hat."

Rund ein Drittel aller in Deutschland einreisenden Flüchtlinge sind Kinder und Jugendliche. Unter den geflüchteten Kindern und Jugendlichen bedarf eine Gruppe des besonderen staatlichen Schutzes. Sie sind unbegleitet und minderjährig und müssen von der Kommune/Gemeinde in Obhut genommen werden. In 2013 sind ca.5.500 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Deutschland - davon über 1.000 allein in NRW - aufgenommen worden. Die Tendenz ist in 2014 steigend.

Bei der Fachtagung wurde u.a. in fünf unterschiedlichen Fachforen intensiv informiert, diskutiert und nach Perspektiven für die jungen Flüchtlinge gesucht. Themen waren »Anspruch und die Wirklichkeit des Clearingverfahrens«, »Vormundschaften«, »Kooperation von Jugendhilfe und Ausländerwesen«, »Stationäre und ambulante Jugendhilfe« und »Die Handreichung — nur ein Papier aus Düsseldorf?«.