Mobilität ist entscheidend für soziale Teilhabe - Freie Wohlfahrtspflege NRW warnt Landesregierung vor Kürzungen beim Sozialticket

Düsseldorf, 25. Juli 2018. Vor Beginn der Haushaltsberatungen in NRW warnt die Freie Wohlfahrtspflege die Landesregierung vor Kürzungen bei den Zuschüssen zum Sozialticket. „Nur wer mobil ist, kann am gesellschaftlichen Leben persönlich teilhaben“, sagt Vorsitzender Christian Heine-Göttelmann.

25.07.2018

Mit dem Sozialticket können Empfänger von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Asylbewerberleistungen und Wohngeld vergünstigt öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Rund 300.000 Menschen in NRW haben derzeit ein Sozialticket und können sich nur so Fahrten mit Bussen und Bahnen zu Ärzten, Supermärkten oder Freunden überhaupt leisten. „Das Land darf hier auf keinen Fall kürzen, sondern sollte seine Zuschüsse eher aufstocken“, fordert Dr. Frank Johannes Hensel, Kölner Diözesan-Caritasdirektor und Vorsitzender des Arbeitsausschusses Armut und Sozialberichterstattung der Freien Wohlfahrtspflege NRW. 

Der Anteil der Ausgaben für Verkehr im Hartz IV-Regelsatz beträgt unter 26 Euro im Monat. Schon jetzt liegt der Preis für das Sozialticket deutlich darüber. So kostet das Ticket zum Beispiel im Verkehrsverbund Rhein Sieg (VRS) zurzeit 35,70 Euro. Im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr kostet es 37,80 Euro. Hensel: „Der bisherige Zuschussrahmen des Landes von 40 Millionen Euro reicht schon jetzt nicht aus, um der Nachfrage nach Sozialtickets in NRW zu entsprechen.“  

Zudem sei es dringend nötig, eine flächendeckend vergleichbare Tarifstruktur für ganz NRW zu schaffen. Bislang gibt es das Sozialticket nur im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS), Rhein-Ruhr (VRR) und in einzelnen Städten.

Hensel: „Besonders bitter: Wer kein Geld für Bus und Bahn hat, kann seine pflegebedürftigen Angehörigen nicht besuchen. Mobilität ist ein entscheidender Faktor, um nicht abgehängt und isoliert zu leben. Wenn wir den Menschen hier Steine in den Weg legen, treten sie buchstäblich auf der Stelle.“