Humanitäre Lösung für die Opfer von Moria gefordert

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW (LAG FW) fordert eine humanitäre Lösung für die Opfer der Brandkatastrophe im griechischen Flüchtlingslager Moria. „Europa steht vor den Trümmern seiner Ignoranz und Verweigerungshaltung“, sagt Michael Mommer, Vorsitzender des LAG-Ausschusses Migration. Die Freie Wohlfahrtspflege fordert von der nordrhein-westfälischen Landesregierung NRW Soforthilfen für die Flüchtlinge.

10.09.2020

„Moria ist abgebrannt – und damit europäische Verantwortung, Solidarität und Humanität“, sagt Mommer. Eine humanitäre Katastrophe in den völlig überfüllten Flüchtlingslagern habe sich seit Monaten abgezeichnet. Die Freie Wohlfahrtspflege NRW habe wiederholt darauf hingewiesen, dass eine Aufnahme von Geflüchteten aus Moria und anderen Lagern dringend geboten sei. „Bundesweit haben sich über 170 Städte und Kommunen zu „Sicheren Häfen“ erklärt, darunter auch zahlreiche Kommunen in NRW, die seit Monaten bereit sind, Geflüchtete aus den Lagern aufzunehmen“, sagt Mommer.

Die Wohlfahrtsverbände in NRW fordern die gestern von Ministerpräsident Laschet angekündigte schnelle Soforthilfe für Moria umzusetzen. Gleichzeitig müsse das Land weiter mit Nachdruck auf eine nachhaltige europäische Hilfe bei der Aufnahme von Kindern und Familien hinwirken. Nordrhein-Westfalen solle die angekündigte Bundesratsinitiative des Landes Berlin unterstützen, mit der Landesaufnahmeprogramme für Flüchtlinge ermöglicht werden könnten. Ziel sei eine Änderung des derzeit geltenden Aufenthaltsgesetzes dahingehend, dass das Bundesinnenministerium zwar ins Benehmen gesetzt wird, aber keine Zustimmung mehr für solche Programme geben muss. „Wenn Appelle an Humanität nichts fruchten, müssen Taten möglich sein“, sagt Mommer.