Nachdem im Vorjahr grundsätzliche Themen der freiwilligen Rückkehr im Mittelpunkt standen, widmete sich die diesjährige Veranstaltung "MEDA-Fälle im Fokus - ,Freiwillige Rückkehr' - zwischen medizinischer Verantwortung, behördlichen Vorgaben und praktischer Umsetzung" den Prozessen rund um die selbst organisierte Ausreise von Menschen mit besonderen medizinischen Bedarfen.
Insgesamt 90 Fachkräfte aus Ausländerbehörden, Zentralen Ausländerbehörden, Bezirksregierungen, dem MKJFGFI, sowie der Freien Wohlfahrtspflege NRW nahmen an der Veranstaltung teil. Der Fachtag wurde durch das MKJFGFI gefördert und durch die Fachbegleitung der APB-Stellen geplant, organisiert und durchgeführt.
Fachvorträge von Vertreter*innen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge(BAMF), der International Organization for Migration (IOM), der Ausländerbehörden und der Wohlfahrtspflege beleuchteten die unterschiedlichen Perspektiven und Zuständigkeiten bei der Bearbeitung medizinisch komplexer Rückkehrfälle.
In interaktiven Mini-Foren wurden anschließend die themenpsychischen Erkrankungen und Suchterkrankungen im Beratungskontext, komplexe medizinische Fallkonstellationen sowie die Organisation und medizinische Begleitung am Tag der Ausreise vertieft.
Ziel der Veranstaltung war es, den fachlichen Austausch und die Vernetzung zwischen Behörden, Ministerium und Beratungsstellen zu fördern. Die Resonanz der Teilnehmenden fiel durchweg positiv aus. Besonders hervorgehoben wurden der hohe Praxisbezug, die Möglichkeit zum Perspektivwechsel und der intensive Austausch zwischen den beteiligten Akteuren. Mehrfach wurde zudem der Wunsch geäußert, das etablierte Format aufgrund seiner hohen fachlichen Relevanzkünftig auf zwei Veranstaltungstage auszuweiten.
Autor: David Meyer, überregionale Fachbegleitung für die landesgeförderten Ausreise- und Perspektivberatungsstellen in NRW, DRK-Landesverband Westfalen-Lippe e. V., Fotos: Jonas Westermeyer, DRK LV Westfalen-Lippe e.V.
Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW in drei Sätzen
750.000 Mitarbeitende der Freien Wohlfahrtspflege in Nordrhein-Westfalen setzen sich täglich dafür ein, Menschen in allen Lebenslagen zu unterstützen. Mit ihren Angeboten und Dienstleistungen erreichen die Träger der Freien Wohlfahrtspflege in NRW jährlich rund 6 Millionen Menschen. Neben den konkreten Aufgaben der Wohlfahrts- und Sozialarbeit übernehmen die Verbände eine wichtige Mittlerrolle zwischen Gesellschaft, Politik und Verwaltung: Sie benennen soziale Schieflagen und setzen auf Dialog, um gemeinsame Lösungen für alle beteiligten Akteurinnen und Akteure zu erreichen.