NRW-Report Arbeitsmarktpolitik
Daten, Fakten und Entwicklungen zu Arbeitsmarkt und Arbeitslosigkeit in Nordrhein Westfalen
Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe: Bildungsarmut und Ausbildungslosigkeit junger Menschen
Zentrale Ableitungen der Freien Wohlfahrtspflege NRW aus dem NRW-Report Arbeitsmarktpolitik
1. Früh handeln statt später reparieren: Individuelle Begleitung in der Sekundarstufe I stärken.
Um zu verhindern, dass Bildungsbrüche sich verfestigen, braucht es deutlich frühere und verlässlichere Unterstützung. Eine individuelle, kontinuierliche Begleitung für benachteiligte junge Menschen bereits in der Sekundarstufe I ist dabei ein zentraler Hebel. Das bestehende Programm Ausbildungswege NRW leistet einen wichtigen Beitrag zur individuellen Begleitung, setzt jedoch erst an, nachdem Schüler*innen die allgemeinbildenden Schulen verlassen, und greift damit in vielen Fällen zu spät. Diese Ansätze müssen früher im Bildungsverlauf verankert und gemeinsam von Politik und Praxis weiterentwickelt werden.
2. Unterstützungsangebote differenzieren und gezielt ausrichten.
Die Lebenslagen junger Menschen sind vielfältiger und die Unterstützungsbedarfe komplexer geworden – einheitliche Angebote für alle stoßen hier an ihre Grenzen. Unterstützung muss daher stärker differenziert und konsequent an individuellen Bedarfslagen der jungen Menschen ausgerichtet werden. Gleichzeitig erfordert der wirksame Einsatz begrenzter finanzieller Ressourcen eine klare Priorisierung. Unterstützung muss zuerst diejenigen erreichen, die sie am dringendsten benötigen.
3. Starke Strukturen sichern: Verlässliche Rahmenbedingungen für wirksame Unterstützung schaffen.
Die Einrichtungen der Freien Wohlfahrt bringen gewachsene Strukturen, regionale Vernetzung und umfangreiche Praxiserfahrung ein. Sie sind damit ein zentraler Bestandteil der Verantwortungsgemeinschaft am Übergang Schule-Beruf. In der Praxis zeigen sich jedoch strukturelle Probleme: Finanzierungen sind teilweise nicht realistisch kalkuliert, Programme werden kurzfristig verlängert oder neu ausgeschrieben und Laufzeiten sind oft zu kurz angelegt. Dies erschwert Planungssicherheit, führt zum Verlust von Fachpersonal und beeinträchtigt die Qualität der Arbeit ebenso wie die kontinuierliche Begleitung junger Menschen. Verlässliche Rahmenbedingungen sind daher eine zentrale Voraussetzung für wirksame Unterstützung.
Für die LAG FW NRW hat das Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG) den vorliegenden „NRW-Report Arbeitsmarktpolitik“ exklusiv entwickelt. Die Auswertung basiert auf aktuellen amtlichen Daten und Analysen. Die nachfolgende Bewertung der LAG FW NRW ordnet die Ergebnisse aus fachlicher Perspektive ein und leitet zentrale arbeitsmarkt- und sozialpolitische Handlungsbedarfe ab.
Kooperationsprojekt zwischen der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW und dem Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG)