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Die Rolle des Ehrenamtes in der Resozialisierung

Welche Rolle spielen Ehrenamtliche bei der Resozialisierung von Straffälligen? Wo liegen Chancen – und wo stoßen Beteiligte möglicherweise an ihre Grenzen? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmenden der 29. Fachtagung für ehrenamtlich Tätige in der Freien Straffälligenhilfe.

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW (LAG FW) hatte die zweitägige Veranstaltung im Katholisch-Sozialen-Institut in Siegburg mit dem Titel überschrieben: „Die Rolle des Ehrenamtes in der Resozialisierung – Chancen und Grenzen“. Auch die Landeskoordinierungsstelle für das Ehrenamt in der Straffälligenhilfe hatte bei der Organisation der Tagung mitgewirkt.

Bettina Rudat, Sprecherin des Fachausschusses Gefährdetenhilfe in der LAG FW NRW, und das Team der Organisator*innen, die allesamt in koordinierender Funktion an unterschiedlichen Standorten die ehrenamtliche Arbeit im Justizvollzug begleiten, freuten sich über das große Interesse der mehr als 60 teilnehmenden Ehrenamtlichen aus ganz Nordrhein-Westfalen.

Zu Beginn wurde es direkt interaktiv: In Kleingruppen tauschten sich die Teilnehmenden zu Fragen wie „Fühle ich mich eigentlich gesellschaftlich zugehörig?“ und „Wenn ja, woran mache ich das fest?“ aus. Durch den so ermöglichten Perspektivwechsel – weg von der inhaftierten Person, hin zur eigenen Positionsbestimmung in Bezug auf erfahrene (Re)Sozialisierungsaspekte – konnten sie anschließend im Plenum viele spannende Erkenntnisse zusammentragen, die den gedanklichen Grundstein für den weiteren Tagungsverlauf legen sollten.

Frau Professorin Dr. Christine Graebsch zeigte mit ihrem Vortrag die Grundlagen des Resozialisierungsbegriffes auf und nahm eine kritische Einordnung der Zusammenhänge im Kontext des Justizvollzugs vor. Die Wissenschaftlerin hob besonders hervor, dass gerade die Ungebundenheit von Institutionszwängen und von Rollenerwartungen eine wertvolle Ressource der Ehrenamtlichen im Justizvollzug sei.

Auch für eine anschließende Diskussion im Plenum blieb Zeit, bevor es in die erste Workshopphase ging. Die Workshops zu den Themen „Soziale Beziehungen“ und „Sucht“ vertieften einzelne Aspekte, die im Zusammenhang mit Resozialisierung stehen. Der erste Veranstaltungstag endete mit einem gemeinsamen Abschluss im Plenum.

Der zweite Veranstaltungstag begann mit einem Vortrag von Oliver Hufnagel und Melanie Pracht, die als Vertreter*innen des Fachbereich Sozialdienst im Justizvollzug NRW die Bedeutung des Übergangsmanagements bei der Resozialisierung und schließlich auch die Bedeutung des Ehrenamts im Zusammenhang mit dem Übergangsmanagement thematisierten. Beide hoben die Wichtigkeit der ehrenamtlichen Arbeit im Justizvollzug hervor und lobten deren Funktion als einzigartige Ergänzung der hauptamtlichen Arbeit. Die Teilnehmenden nutzten anschließend das Angebot zu Nachfragen und kamen mit den beiden Vortragenden über ihre Erfahrungen und Anliegen aus der Praxis ins Gespräch. 

In Teil zwei der Workshopphase ging es um die Themen „Beschäftigung“ und „Wohnen“. Sämtliche Workshops wurden von externen Referent*innen aus der Praxis der Freien Straffälligenhilfe und des Justizvollzuges moderiert. 

Fachausschuss-Sprecherin Bettina Rudat bedankte sich für die „inhaltsreiche und von einem starken und bereichernden Austausch geprägte Veranstaltung“. Bereits jetzt konnten die Teilnehmenden ihre Themenwünsche für das kommende (Jubiläums-)Jahr benennen: Vom 20. bis 21. August 2027 wird in Siegburg die dann bereits 30. Fachtagung für ehrenamtlich Tätige in der Freien Straffälligenhilfe der LAG FW NRW stattfinden.

Text: Leon Held 

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