3. Zwölf Expertinnen und Experten berichten in eigener Sache
3.2 Zugänge zum Wohnen
Keine Angst davor haben zu müssen, die Wohnung zu verlieren oder bei notwendigen Umzügen eine bezahlbare Wohnung zu finden, sollte normal und selbstverständlich sein. Denn Wohnen ist ein existenzieller Grundbedarf.
Jedoch ist auch dieser Zugang für Menschen mit geringem Einkommen zunehmend erschwert. Darunter fallen z. B. auch Studierende, die zum Teil in Containern oder Jugendherbergen unterkommen müssen. Gerade in den vergangenen Jahren sind die Mieten in Ballungsräumen stark gestiegen, auch weil die Nachfrage nach kleineren Wohnungen aufgrund der aktuellen Bevölkerungsentwicklung nochmals zugenommen hat. Das durch Wohnungsneubau zusätzlich geschaffene Angebot kann mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten. In den letzten vier Jahren zeigt sich ein Anstieg der finanziellen Belastungen: So stieg die mittlere Wohnkostenbelastung – also der Anteil der Wohnkosten am verfügbaren Nettoeinkommen – von 16,4 % im Einkommensjahr 2019 auf 18,7 % im Jahr 2023. Und: Fast jeder achte Haushalt gilt als überlastet, da er mehr als 40 % des verfügbaren Haushaltseinkommens für das Wohnen aufwenden musste.
Der Paritätische Bundesverband weist in seiner Kurzexpertise Wohnarmut 12/24 darauf hin, dass insgesamt 21,2 % der Bevölkerung (17,5 Millionen Menschen) von Wohnarmut betroffen sind. Das sind 5,4 Millionen mehr Armutsbetroffene als nach konventioneller Berechnung.6
6 Studie belegt: Wohnen macht arm