Sprache ist der Schlüssel zum Erfolg
Ismail Jaguer wurde am 1. November 2005 in Ghaibi/Syrien geboren, besitzt die französische Staatsangehörigkeit und lebt seit acht Jahren in Deutschland. In Minden absolviert er derzeit eine außerbetriebliche Berufsausbildung (BaE) zum Friseur.
Inzwischen ist er im dritten Lehrjahr. Es ist eine geförderte Ausbildung, auf die er stolz ist. »Meine Ausbildung ist gut geworden. Ich bin richtig stolz drauf«, sagt er.
Doch bis hierhin war es ein weiter Weg. Die größte Hürde war die Sprache. In seiner Heimat sprach er Französisch und Kurdisch, zwei Sprachen, die ihn auch in Deutschland noch lange begleiteten. Als dann Deutsch dazukam, war die Verwirrung groß. »Ich habe viele Wörter verwechselt«, erinnert er sich. Erst nach vier Jahren konnte er Termine und Behördengänge selbstständig erledigen, ohne Übersetzende.
Besonders geholfen hat ihm dabei die internationale Klasse seiner Schule. Dort konnte er seine Deutschkenntnisse Schritt für Schritt aufbauen. Auch der Alltag außerhalb des Klassenzimmers war wichtig: Gespräche mit Freunden, Kontakte im Jugendtreff, der Austausch mit anderen. »Egal, wenn es falsch ist – einfach reden«, beschreibt er seine Strategie. Diese Offenheit half ihm, selbstständig zu werden und sich seinen Platz in der Gesellschaft zu erarbeiten.
Heute sieht er seine Ausbildung als einen wichtigen Erfolg an. Zwar hatte er seine Lehre zunächst in einem anderen Beruf begonnen, doch das passte für ihn nicht. Über den Arbeitsvermittler kam er schließlich in die geförderte Maßnahme und fand im Friseurhandwerk genau das Richtige.
Für Ismail ist klar: Sprache ist der Schlüssel. Ohne sie wäre vieles nicht möglich gewesen – von Behördengängen über gute schulische Leistungen bis hin zur beruflichen Ausbildung. Deshalb wünscht er sich, dass jede Schule internationale Klassen anbietet und mehr Sozialhelferinnen und -helfer zur Unterstützung bereitstehen.
Sein Umfeld hat ihn auf diesem Weg getragen: Freundinnen und Freunde, Familie, Lehrkräfte. Aber auch sein eigener Wille, sich einzubringen, hat den Unterschied gemacht. »Wenn man den Willen hat, etwas zu lernen, dann schafft man das auch«, sagt er. Heute fühlt sich Ismail in seiner Ausbildung angekommen und in Deutschland zuhause.
Schlüssel: Zugang zu Bildung durch Sprachvermittlung, individuelle Unterstützungsmöglichkeiten durch Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben